St. Laurentius Bötzingen


Welte-Orgel der katholischen Kirche St. Laurentius Bötzingen am Kaiserstuhl

 

 

Das Werk wurde ursprünglich als Langschifforgel 1935 für das Münster in Freiburg/Breisgau erbaut. Hiermit ist sozusagen nicht nur eine Welte-Orgel noch vorhanden sondern auch ein Teil der Orgelgeschichte des Freiburger Münsters.

Die Orgel war Teil eines grossen Projektes der Firma Welte & Söhne. In Zusammenarbeit mit der Orgelbauwerkstätte Koulen erhielt die Firma 1929 den Auftrag zum Bau einer grossen Orgelanlage im Freiburger Münster. Diese Anlage wurde 1935 mit einer neue Michaelsorgel und um eine neue Langschifforgel durch Welte ergänzt. Von dieser Orgelanlage mit insgesamt 143 klingenden Registern blieb lediglich die Langschifforgel erhalten. 1964 wurde in das Gehäuse im Münster Freiburg eine neue Orgel der Gebrüder Späth mit 28 Registern erstellt. August Späth versetzte die Welte-Orgel in die Pfarrkirche St.Laurentius zu Bötzingen und versah das Werl mit einem neuen stummen Freipfeifenprospekt und einem neuen Spieltisch. Nach 1998 wurden Pläne für einen Orgelneubau in Bötzingen geschmiedet. Die Welte-Orgel wurde nach einigen Jahren in einem stillgelegten Lazareth-Krankenhaus eingelagert. Dies geschah leider nicht fachgerecht und ein Register und Materialien wurden somit entsorgt.

Durch meine Vermittlung konnte der Orgelsachverständige und Besitzer des Orgelmuseums Schloss Valley Herr Dr.Sixtus Lampl das Werk retten. Er kaufte die Orgel an und lagert das Werk im Orgelmuseum. Eventuell wird dieses Werk in Zukunft in einer polnischen Pfarrkirche wieder zum Lob Gottes erklingen dürfen und ein Stück Freiburger Münstergeschichte im Ausland verkünden.

 

Disposition vor Abbau des Werkes:

 

Hauptwerk

I. Manual

Principal 8′

Spitzflöte 8′

Nachthorn 4′

Octave 2′

Mixtur 4-5 fach 1 1/3′

Trompetenregal 8′

 

II. Manual

Gedackt 8′

Italienischer Prinzipal 4′

Weitpfeife 2′

Blockflöte 1′

Terzcymbel 3-fach

Krummhorn 8′

Tremulant

 

Pedal

Subbass 16′

Octavbass 8′

Gedacktbass 8′ Tr.

Choralbass 4′ Tr.

Flötbass 2′ Tr.

Krummhorn 8′ Tr.

 

Spielhilfen: II/I, I/P, II/P, 1 freie Kombination

Spieltisch: HR an, FC an, Tutti, Auslöser

 

Tonumfang:

Manuale = C – g”’    Pedal = C – f’

 

Zu der Kirche:

 

Die Gründung der Pfarrkirche St. Laurentius geht wahrscheinlich bis in fränische Zeit (8. Jahrhundert) zurück. Der jetzige Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die ältesten Teile sind der Turm, der als Wehrturm (romanisch, Obergeschoss gotisch) erbaut wurde, sowie der gotische Chor. Das Langhaus wurde 1786 bis 92 neu gebaut. 1934 und 1960 wurde die Kirche genoviert. Die Figuren am Hochaltar zeigen in der Mitte die heilige Gottesmutter mit Kind (15. Jahrhundert), links den heiligen Laurentius, rechts den heiligen Georg. Über der Kanzel ist die Heiligste Dreifaltigkeit (aus der St. Albanskapelle) zu sehen, am Seitenaltar der heiligen Papst Urban, Patron der Winzer.Die Farbglasfenster im Chor wurden 1969 nach Entwürfen des Kunstmalers Martin Feuerstein angebracht. Sie beinhalten Szenen aus dem Leben Jesu und der Predigt der Apostel Petrus und Paulus.

Kontakt | Impressum | designed by st-reway.de