Funkorgeln

Unter Funkorgel verstand man bis in die 50erJahre ausschliesslich die Pfeifenorgel aus dem Jahre 1930, die von der Freiburger Firma Welte&Söhne gebaut wurde.

 


3-hamburg
Orgel für NDR Rundfunk HH

Die Technik

Die Pfeifen der Welte-Funkorgel befinden sich aufgeteilt in zwei Kammern hinter und unter der Bühne im großen Studio 1 des NDR in der Rothenbaumchaussee. Die Kammern haben Öffnungen, die den Klang mehr oder weniger stark hindurchlassen, je nachdem wie weit die davor angebrachten Jalousien geöffnet werden. Im großen Pfeifenraum hinter der Bühne (Hauptorgel) befinden sich 1503 Pfeifen, im kleinen Pfeifenraum unter der Bühne (Soloorgel) 511 Pfeifen. Rechts vor der Bühne steht der Spieltisch, der mit den Orgelkammern über elektrische Leitungen verbunden ist. Er hat drei Klaviaturen für Hände (Manuale) mit jeweils 61 Tasten und eine Klaviatur für die Füße (Pedal) mit 30 Tasten. Die Manuale umfassen fünf Oktaven, das Pedal zweieinhalb Oktaven. Außerdem gibt es über 150 Schalter für Register, Koppeln und weitere Funktionen.

Die Welte-Funkorgel ist nach dem Prinzip des Multiplexsystems gebaut. Diese Erfindung des englischen Orgelbauers Robert Hope-Jones zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von Wurlitzer in Amerika aufgegriffen und führte zur speziellen Entwicklung des Typs der Kinoorgel bzw. Theaterorgel.

Bei der klassischen Pfeifenorgel gibt es für jeden Ton in jedem Register eine eigene Pfeife. Beim Multiplexsystem hingegen wird dieselbe Pfeife mehrfach benutzt in verschiedenen Registern und auf mehreren Manualen. Die Auswahl der Pfeifen geschieht dabei mit Hilfe elektrischer Relais und pneumatischer Bälgchen und Ventile. Aus wenigen wirklich vorhandenen Pfeifenreihen (im englischen ranks) mit jeweils bis zu 97 Pfeifen werden so über hundert Spielregister erzeugt.

Der besondere Klang der Welte-Funkorgel hat seine Ursachen in den Jalousieschwellern, in den fünf Tremulanten für die ganze Orgel, im hohen Winddruck -etwa das Doppelte des in Kirchenorgeln üblichen- und in den Schlaginstrumenten. Diese, wie z.B. Glockenspiel, Xylophon oder Große Glocken, werden bei Tastendruck elektropneumatisch mit an Bälgchen befestigten Hämmerchen angeschlagen.
Kontakt | Impressum | designed by st-reway.de